Ein eben eröffneter Teilabschnitt des Wegenetzes führt nun direkt aus dem Gesundheitssystem hinaus. Dieser Service fußt konsequent auf dem von Prof. Dr. Dimitri Raduscencu erdachten Prinzip "Vorfahrt für Fortschritt!".
Man darf sich das so vorstellen:
Eine Woge winziger Sporen des weißstrahligen Scheiblings schlägt über den in Rollstühlen herangekarrten Fernfahrern zusammen. Die Bestrahlten werden danach in Kleinbusse gesetzt und während der Fahrt in die Stadt dienstlich kuriert. So einfach ist das. Und gebührenfrei.
Rumänische Forscher haben das Energiesystem von Pilzen enträtselt. Nach vierjährigen Untersuchungen am weißgärigen Scheibling, einem Lamellenpilz aus den Karpaten, fanden die Wissenschaftler heraus, daß der Pilz besondere Eiweiße kultiviert, die ihm die nötige Energie liefern. Pilze besitzen kein Chlorophyll und können kein Sonnenlicht umsetzen. Das unterscheidet sie wesentlich von den Pflanzen. Auf der anderen Seite sind Pilze fest in der Erde verwachsen, was sie von den Tieren unterscheidet. Bisher war der Stoffwechsel der Pilze noch ein Rätsel. Prof. Dr. Dimitri Raduscencu von der biolgischen Fakultät der Universität Bukarest entdeckte nun bestimmte Eiweiße, die in kleinen Knöllchen an der Wurzel gehalten werden. Vor allem die Polypeptide Ppt 637 - Ppt 652 haben die Eigenschaft bei Temperaturen zwischen -8 und plus 20 Grad zu gerinnen. (Hühnereiweiß gerinnt bei ca 90 Grad) Ppt 637 bis 652 gerinnen bei niedrigeren Temperaturen und speichern dadurch Enerige. Ändert sich die Temperatur, dann ändert sich die Molekularstruktur und setzt Energie frei. In den Wurzelknöllchen des weißgärigen Scheiblings fand Prof. Raduscencu verschiedene Peptide, die sowohl bei steigenden, als auch bei fallenden Temperaturen Energie freisetzen. Die Energieeffizienz liegt dabei bei 85 Prozent und damit deutlich über denen von Pflanzen. Berücksichtig man noch die effektive Lebensweise eines Pilzes, dann wird die Genialität dieses dezentralen Kraftwerks klar. "Pilze sind mit die intelligentesten Lebensformen auf unserem Planeten", sagt Prof. Raduscencu. Nun wird überlegt, solche Eiweißknöllchen als Kraftwerke für andere Anwendungen zu nutzen. Große Polypeptidfarmen könnten in Zukunft ganze Ortschaften mit Energie versorgen, prophezeit Prof. Raduscencu.
In 10-facher Vergrößerung sieht man die Leuchtkraft der Knöllchen des weißgärigen Scheiblings. Im Labor hat Prof. Raduscencu ein Knöllchen mit einer LED-Leuchte verbunden. Sie leuchtet nun ununterbrochen seit zwei Jahren, gespeist von einem Ppt-Knöllchen nicht größer als ein Stecknadelkopf. (Aufnahmen: Uni Bukarest)
Die Sonne scheint auf den letzten Curry-Wurst-Zipfel auf dem ansonsten leeren Teller, träge rollt der Freitag nachmittag heran. Don Dahlmann sehnt sich nach Feierabend. Der Web-Journalist hat lange Nächte hinter sich, jetzt sitzt er auf dem Freisitz einer Kantine in Berliner Süden und erzählt von einem Internet-Hotel in der Schweiz. Nur online zu erreichen, und ausgebucht bis 2010.
Hier neben dem stillen Wasser des Teltow-Kanals ist das www etwas, das nur in stickigen Zimmern an staubigen Bildschirmen stattfindet. Ein Marienkäfer landet auf seinem Finger. Don Dahlmanns Augen leuchten, das Insekt hat ihn eben weit in die Zukunft des Internets katapultiert.
Der Marienkäfer ist nicht zufällig hier, sondern geschickt von Google Bug - einem streng geheimen Service im Versuchsstadium.
Mit einem neuartigen Bio-Tool will der Suchmaschinenbauer Google aus mountain view das Tor zum Real Life aufbrechen. Als biologische Erweiterung des RSS-Feeds kann sich der User einfache Nachrichten durch Insekten überbringen lassen. Möglich wurde dieser Service durch die intensive Zusammenarbeit von Google-Programmierern mit den Forschern des Palo Alto Institute of insect convenience.
Hier in Californien versuchen Biologen und Hirnforscher das herkömmliche Verhalten von Insekten umzuprogrammieren. Bienen sammeln statt Blütenpollen wertvolles Harz aus den unerrreichbar hohen Baumkronen von Red Wood Trees. Oder Heuschrecken: Was seit Bibeltagen als gottgewollte Plage gilt, wird im Auftrag der US Air Force in Palo Alto zur präzisen Bio-Waffe umfunktioniert. Ein Schwarm Heuschrecken kann gegnerische Truppen, auch in versteckten Winkeln der Erde für Stunden aus Gefecht setzen. Erste Versuche zeigen, daß sich ein Heuschreckenschwarm auch über hunderte Kilometer Entfernung an einer vorher festgelegten Stelle niederlässt, wenn Gene und Nano-Chips im Insektenhirn die Navigartion übernehmen.
Diese Technik wird derzeit mit Hilfe von Google Earth erweitert und zu einem Service ausgebaut: Auch fern vom nächsten Computer, in bisher web-freien Zonen der Welt erhält der User kleine Botschaften – via Käfer. Erste Beta-Bugs wurden gesichtet, hauptsächlich Marienkäfer. Sie sind zwar nicht unbedingt schneller oder zuverlässiger als Stubenfliegen, Libellen oder Schmetterlinge, aber Marienkäfer sind nicht menschenscheu und - noch wichtiger - das Image ist hundert Prozent positiv.
Don Dahlmann hält sich den kleinen Käfer dicht vor die Designerbrille. Der Web-Profi darf als einer der ersten den Google Bug testen. Langsam zählt er die schwarzen Punkte auf den roten gewölbten Deckflügeln. Was die Botschaft bedeutet? Jeder Punkt eine Stunde Schlafmangel, vermutet er. Shrip vermutet was ganz anderes!
Lesung am 20.4.2012 in Berlin
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20 Uhr Dorotheenstädtische Buchhandlung Turmstraße 5 | 10559 Berlin |
Telefon 030 3 94 30 47 |
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