Dienstag, 10. März 2009

Kraftwerk Ppt 637-652


Rumänische Forscher haben das Energiesystem von Pilzen enträtselt. Nach vierjährigen Untersuchungen am weißgärigen Scheibling, einem Lamellenpilz aus den Karpaten, fanden die Wissenschaftler heraus, daß der Pilz besondere Eiweiße kultiviert, die ihm die nötige Energie liefern. Pilze besitzen kein Chlorophyll und können kein Sonnenlicht umsetzen. Das unterscheidet sie wesentlich von den Pflanzen. Auf der anderen Seite sind Pilze fest in der Erde verwachsen, was sie von den Tieren unterscheidet. Bisher war der Stoffwechsel der Pilze noch ein Rätsel. Prof. Dr. Dimitri Raduscencu von der biolgischen Fakultät der Universität Bukarest entdeckte nun bestimmte Eiweiße, die in kleinen Knöllchen an der Wurzel gehalten werden. Vor allem die Polypeptide Ppt 637 - Ppt 652 haben die Eigenschaft bei Temperaturen zwischen -8 und plus 20 Grad zu gerinnen. (Hühnereiweiß gerinnt bei ca 90 Grad) Ppt 637 bis 652 gerinnen bei niedrigeren Temperaturen und speichern dadurch Enerige. Ändert sich die Temperatur, dann ändert sich die Molekularstruktur und setzt Energie frei. In den Wurzelknöllchen des weißgärigen Scheiblings fand Prof. Raduscencu verschiedene Peptide, die sowohl bei steigenden, als auch bei fallenden Temperaturen Energie freisetzen. Die Energieeffizienz liegt dabei bei 85 Prozent und damit deutlich über denen von Pflanzen. Berücksichtig man noch die effektive Lebensweise eines Pilzes, dann wird die Genialität dieses dezentralen Kraftwerks klar. "Pilze sind mit die intelligentesten Lebensformen auf unserem Planeten", sagt Prof. Raduscencu. Nun wird überlegt, solche Eiweißknöllchen als Kraftwerke für andere Anwendungen zu nutzen. Große Polypeptidfarmen könnten in Zukunft ganze Ortschaften mit Energie versorgen, prophezeit Prof. Raduscencu.


In 10-facher Vergrößerung sieht man die Leuchtkraft der Knöllchen des weißgärigen Scheiblings. Im Labor hat Prof. Raduscencu ein Knöllchen mit einer LED-Leuchte verbunden. Sie leuchtet nun ununterbrochen seit zwei Jahren, gespeist von einem Ppt-Knöllchen nicht größer als ein Stecknadelkopf. (Aufnahmen: Uni Bukarest)

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