Samstag, 6. Februar 2010

Where we want to be

Das Eigentümliche an erträumten Orten ist ihre Echtheit. Ihr Warten aufs Werden. Der Moment, in dem wir den anderen Kontinent betreten - landen - entfaltet sich eine Karte im Gemüt. Mit Wegen, für deren Richtung es noch wenig Worte gibt, weil: Innen frisch gedruckt, noch fehlt die Legende, noch der Nebenflüsse Namen. Ortsnamen lediglich rostende Trümmer vormalig Reisender. Ihr Bier.
Wir aber: Sprachlos in den Himmel blinzeln, sorglos auf Worte hoffen. Straßenstaub atmen.

Samstag, 28. November 2009

GEZ an die CDU

Jetzt nachdem ich weiß, daß die CDU beim ZDF das Programm macht, überweise ich meine GEZ Gebühr gleich an die Parteikasse der CDU.
Oder, wenn mir das Programm nicht mehr gefällt, an die SPD, oder an die Grünen. Je nachdem. Das wäre doch viel direkter. So macht der Meinungsbildungsauftrag der Parteien auch Sinn: Wer mehr GEZ kriegt, der kann mehr Programm gestalten und mir helfen, die Meinung zu bilden, die ich per GEZ quasi bestellt habe.

Aber jetzt im Ernst: Die "Abwahl" des ZDF-Chefredakteurs Nikolaus Brender durch Politiker ist ein Schlag in den Unterleib der Demokratie.

Das ZDF finanzieren die Gebührenzahler. Ihnen gehört der Sender. Wenn nun ganz öffentlich Politiker über Schlüsselstellen entscheiden, verkehrt sich die Funktion der Staatsferne ins Gegenteil. Wenn die Parteien einen eigenen Sender möchten, sollen sie ihn auch selbst bezahlen.

Besetzt das ZDF - verhindert diesen Personalwechsel.
Wer ist mächtiger?
Parteien oder Demokraten?

Montag, 26. Oktober 2009

Geräuschfreie vier Sekunden


Man sieht es am Aufnahmepegel, dieses Auto ist stumm. Trotzdem flitzt es los, wie ein Projektil. Vier Sekunden von Null auf Hundert. Getrieben von der magischen Kraft des Stroms. Gespeichert in 7000 Laptop-Akkus.
Tesla Roadster, 130.000 Euro.

Sonntag, 30. August 2009

Zwei Wochen bei 31 Grad


Danke an Gittis Fischimbiß in Ketzin. Ein Laden für Leute mit echtem Indianer-Humor.
Ich empfehle jedoch die geräucherte Lachsforelle aus der Havel.

Samstag, 18. Juli 2009

Namibia III

Bei einem gegrillten Ziegenkopf schmeckt angeblich das Weiße in den Augen am besten, auch das Hirn soll munden, allerdings muß man im „Flowers & Garlic“, dem kleinen Restaurant neben dem Windhoeker Nationaltheater auf das öffentliche Schlemmen des Denkorgans verzichten, weil der Ziegenkopf hier ohne schädelknochenbrechendes Werkzeug serviert wird. Mit Messer und Gabel lassen sich aber unter anderem die Kaumuskeln, Zunge und Stimmlippen sezieren und verspeisen. Als Beilage gibt es Pap auf Spinat und Chilisoße.


Das Gericht findet sich auf der Speisekarte unter der Rubrik `Afrikanische Spezialitäten´ und heißt sehr treffend `Smiley´.

Montag, 1. Juni 2009

Namibia II






Die Luft ist dünn und schmeckt wie aus der Klimaanlage. Trotzdem ist es für die meisten Farmer lohnender von Rinderzucht auf Trophyjagd umzustellen. Vor der Finanzkrise gab es 20 %ige Wachstumsraten in dieser Branche. Statt Rindern, Schafen und Ziegen und Hühnern züchten die Farmer lieber Wildtiere, auch Giraffen, Nashörner, Zebras. Die werden ausgesetzt und von zahlenden Jägern abgeschossen.

Ein Leopard frisst im Jahr Farmtiere im Wert von rund 50.000 namibischen Dollars. Wenn man einen Leoparden fängt und verkauft bekommt man 35.000 namibische Dollar.

Will man eine Giraffe schießen, muß man wahnsinnig viel Geld bezahlen, aber es gibt Leute, die sich das leisten. Ein betagter amerikanische Trophy-Hunter sei gerade zu Gast auf einer Farm, die Nacht - so wurde mir erzählt – könne er nur mit Hilfe einer Sauerstoffmaschine überleben, tagsüber lasse er sich dann zum Jagen fahren.

Ausgesuchte Wildtiere finden sich auch auf den namibischen Geldscheinen. Hier Red Hartebeest und Springbok.

Das Geld Südafrikas, der „Rand“ gilt auch in Namibia, der namibische Dollar aber nicht in Südafrika. Wasser ist knapp. Strom gibt es genug.


Rund 3000 Volt in den Elektrodrähten machen die Zäune rund um die Villen unüberwindlich. Beim Joggen erschrickt man häufig, weil aus der Tiefe der Grundstücke Hunde angesaust kommen und böse bellen. Dann freut man sich über die sorgfältig gepflegten Gitter und Zäune zwischen Joggerwade und zubeißbereitem Hunderachen.


Mittwoch, 27. Mai 2009

Namibia I



Die Sonne vom 26. Mai bescheint seit wenigen Minuten den Flughafen von Windhoek/ Namibia.

Das Flugzeug aus Muenchen ist gelandet. Taxifahrer in Krokodillederschuhen und Brillantimitaten auf den Schneidezaehnen warten auf neue Gaeste. Tschechen in karnevalistischen Safari-Kostuemen bilden eine verschlafene Schlange vor dem Extra-Schalter fuer Jaeger, um sich ihre Langwaffen aushaendigen zu lassen. Eine erste ungeduldig inhalierte Zigarette stirbt zwischen der grobstolligen Sohle eines nagelneuen Outdoorstiefels und dem noch kuehlen Flughafenasphalt. Namibia ist ein riesiges Jagdland, lang ist die Liste der Wildarten.
Zebrageschnetzeltes a la Stroganoff, Springbock oder Butternuss-Suppe.

Hinter der Independence Street, der Hauptstrasse Windhoeks.